1. Amüsante Befindlichkeiten

    Veröffentlicht am 2. Dezember, 2017 von Carola Wiegand

    Im schönen „Schweizer Schoggiland“ spricht man
    die „Sprache des Herzens“

    Als Deutsche kann man sich schon mal einsam fühlen in der Schweiz, weil man die Schweizer einfach nicht versteht. Hochdeutsch mögen sie gar nicht und noch viel weniger die deutsche Annahme, dass sie doch irgendwie sind wie wir. Hochdeutsch wird als fremd empfunden, da es für die Eidgenossen eine Sprache der Kälte und Distanz ist. Ihr Hochdeutsch ist holprig, ungelenk, zuweilen umständlich und nur für bestimmte Anlässe vorgesehen. Ihr Alltag gehört nicht dazu. Auch mögen die Schweizer die Deutschen nicht wirklich. Sie gelten ihnen als zu redegewandt und laut, arrogant und eine Spur zu selbstherrlich. „Ruck-Zuck-Deutsche“ eben. Für all das hegen die Eidgenossen mit ihrer vorzugsweise bedächtigen Kommunikationskultur wenig Sympathie. Sie fühlen sich sprachlich unterlegen, da ihnen eine gewisse „rhetorische Brillanz“ fehlt, sagt der Schweizer Journalist Bruno Ziauddin.
    Und doch ist die Schweiz mein absolutes Lieblingsland! Ich gehöre zu einem „Schweizer Fan-Grüppli“ und unternehme jedes Jahr ein oder mehrere „Schweiz-Reisli“, weil meine halbe Familie dort wohnt. Ungewöhnlicher und amüsanter sprachlicher Eigensinn überraschen und verwundern mich allerdings immer wieder. (more…)


  2. Leser und Nichtleser

    Veröffentlicht am 13. Dezember, 2016 von Carola Wiegand

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Lesen ist notwendig beim Orientieren und eine sehr geeignete Methode um im richtigen Moment die passende Information parat zu haben. Was tun sie zur Entspannung? Schlafen, Faulenzen oder Lesen? Der Bertelsmann Verlag sagt in einer Studie, dass für 30% der Deutschen letzteres die liebste Freizeitbeschäftigung ist. Gelesen wird alles. Zeitungen, Illustrierte, Groschenhefte, Gedichte, Bücher und Bedienungsanleitungen. Die allerdings erfordern höhere Leseanforderungen. Manche halten Leser für kauzig, die zu viel Geld unsinnig verplempern oder die zu viel Zeit haben. Für mich ist Lesen das pure Vergnügen. Ich tauche ein in eine Geschichte und lasse mich in eine fremde Welt entführen, die je unterbrochen wird, wenn mein Mann mich um etwas bittet. Lesen ist eine wunderbare Reise in die Welt der Phantasie. Lesen bildet, erweitert den Wortschatz und hilft beim Einschlafen. (more…)


  3. November-Trübsal und sein Anschein

    Veröffentlicht am 13. Dezember, 2016 von Carola Wiegand

    Wiese mit Herbstlaub und PilzenNass, grau und trübe! November eben mit viel Klischee. Glück verheißen in dieser Zeit nur Schokolade, Glühwein, warme Füße und ein Weihnachtsstern. Doch der elfte Monat im Jahr steht für Vieles. Für November-Blues, Gedenken und ausgelassenes Feiern. Geschichte, Karneval und morbide Schönheit. Eine Zeit zum Nachdenken, Innehalten und Besinnen. Und es ist die Zeit der Vorfreude auf Weihnachten. Für mich ist der November ein Monat mit wohltuender Unschärfe und einer morbiden Vielfalt der Natur. Ich liebe diese vernebelte Schönheit und üppige Farbenpracht. Ich kenne niemanden, dem ein Spaziergang im Spätherbst, mit richtiger Kleidung, nicht begeistert. (more…)


  4. RUHLA

    Veröffentlicht am 2. September, 2016 von Carola Wiegand

    – von der verwunschenen Schönheit verschlafener Täler
    und Schluchten
    oder
    Wie sich ein „zänkisches Bergvolk“ neu erfindet

    Ruhla

    Ruhla schmeckt anders! Nicht nach großer weiter Welt, sondern nach liebenswürdiger, scheinbar verschlafener, verwunschener Schönheit!

    Wer zum ersten Mal nach Ruhla kommt hat den Eindruck in einem Labyrinth enger Täler, hoher Berge und klein geduckter Fachwerkhäuser zu sein. Die Tür zur Stadt führt noch immer über eine schmale waldreiche Straße vorbei an alten und neuen Fabrikgebäuden. Die plötzliche Enge der hohen Berge, nimmt manchem Flachländer die Luft zum Atmen.

    Die 650 Jahre alte Bergstadt liegt idyllisch versteckt im Nationalpark Thüringer Wald, zwischen der Wartburg bei Eisenach und dem Inselsberg. Sie ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und hat mit den Stadtteilen Thal und Kittelsthal etwa 6.500 Einwohner. Die Höhenlage erstreckt sich bis zu 700 m üNN. Eine besondere Begünstigung erfährt RUHLA durch seine exponierte Lage in der Mitte Deutschlands in unmittelbarer Nähe zum Rennsteig, dem berühmten Höhenwanderweg des Thüringer Waldes, umgeben von namhaften, weltbekannten Kultur­städten. (more…)


  5. Sommerkapriolen

    Veröffentlicht am 1. September, 2016 von Carola Wiegand

    SommerkapriolenSommer 2016. Schönes warmes Sommerwetter am Stück ist in diesem Jahr Mangelware. Es ist ein mauer Sommer. Feuchtes Grau in Grau und eine Fließjacke und ein Regencape als ständige Begleiter. Ich habe den Eindruck, dass der Sommer in diesem Jahr ein grün gefärbter Herbst ist und sich unentwegt auf den Winter vorbereitet. Vergangene Woche fragte ich meinen Mann „Warum haben wir in diesem Jahr noch nicht einmal gegrillt“? „Doch“ antwortete er, „einmal schon.“ Aha, das muss dann offensichtlich für dieses Jahr reichen. Sommer sollte die Zeit gesteigerter Lebensfreude sein, mit Biergartenbesuchen, Bratwurst essen und langen Aufenthalten im Freien. Obwohl ich nicht zum ausgebildeten „Wetterbeobachter-Fachpersonal“ gehöre finde ich, dass der Sommer in diesem Jahr zu Ende geht, bevor er richtig begonnen hat. Während unsere Meteorologen die Hoffnung auf Sonnenschein und blauen Himmel verbal nie aufgegeben haben, wussten die Amerikaner von Anfang an Bescheid. Der amerikanische Wetterdienst hat bereits im Februar 2016 einen „Fröstel-Frühling“ vorausgesagt und für den Sommer ein munteres „Auf“ und „Ab“ der Temperaturen. Wenige Tage werden heiß sein, dafür viele unter 20 Grad bleiben, nass, sonnenarm und kühl. (more…)


  6. Sprachwandel oder Sprachverfall

    Veröffentlicht am 12. Mai, 2016 von Carola Wiegand

    Gehobene Sprachweise will gelernt sein, nicht jedermann steht sie zur Verfügung“ stellte Kurt Tucholsky fest. „Chillen“ Sie oder sind Sie im „Flow“ oder wissen Sie etwa gar nicht was ich meine?
    Die einen sagen die deutsche Sprache ist auf den „Hund gekommen“, die anderen, Sprachwandel hat es zu jeder Zeit gegeben. Die deutsche Sprache laviert zwischen witzig-amüsant und ideenreich bis zu putzig, diskriminierend und verletzend. Vulgäre und obszöne Ausdrücke sind alltagstauglich und Fäkalsprache begegnet uns überall. Verblüffender Weise ist dieser Sprachschatz keinesfalls nur der Jugend zuzuschreiben, es bedienen sich praktisch alle dieser „Gossensprache“. „Schlimme“ Wörter gibt es in der Familie, im sozialen Umfeld, in der Werbung und bevorzugt in allen Medien. Geht man bei jungen Menschen davon aus, dass dessen Gebrauch der Stressbewältigung dient, gilt es bei Erwachsenen durchaus als Ausdruck mangelnder Achtung vor anderen Menschen. Psychologen und Sprachwissenschaftler raten allerdings gegenüber allen Wortakrobaten zur Gelassenheit. Sie verweisen sehr gerne auf die Derbheit der Sprache, die es zu jeder Zeit gegeben hat und besonders auf die, des „Spracheschöpfers“ Martin Luther. (more…)


  7. Die schönsten vergessenen Wörter

    Veröffentlicht am 11. Mai, 2016 von Carola Wiegand

    BücherWorte sind frei. Von Worten lässt man sich gerne bezaubern und Worte zeigen, wie sich die Welt verändert. Neue entstehen und alte verschwinden. Begriffe geraten in Vergessenheit, dass heißt sie werden nur noch selten gesprochen. Bedrohte Wörter erkennt man daran, dass sie sich ein wenig putzig anhören oder sich im Mund sperrig anfühlen. Häufig geraten Formulierungen in Vergessenheit, weil es die Sache an sich nicht mehr gibt, z.B. Bandsalat oder Wählscheibe oder sie werden durch neuartige Wortschöpfungen ersetzt, wie String-Tanga für Schlüpfer. Einige sagen, dass die neuzeitlichen Begriffe die bisher einfachen und geerdeten Dinge überhöhen und entfremden. Die täglich neu hinzukommenden Wörter sind zwar ein erfreulicher Ausdruck von Multikulti in der deutsche Sprache und haben auch etwas Entspanntes, bedrohen jedoch immer mehr und schneller die vom Aussterben bedrohten Begriffe. „Blümerant“ klingt doch amüsant und kess, ist aber die saloppe Beschreibung eines „elenden Gemütszustandes“ und heute fast in Vergessenheit geraten. (more…)


  8. Ein Postfach in der Schweiz

    Veröffentlicht am 12. April, 2016 von Carola Wiegand

    Postfach in der Schweiz – Bild: G. Wiegand

    Postfach in der Schweiz – Bild: G. Wiegand

    Ein Postfach ist ein abschließbares Fach. Ein geheimes Arrangement zum Aufbewahren wichtiger Dinge. Diese verschließbaren Abhol- und Auf­be­wahrungs­fächer werden bankdeutsch „letter boxes“ genannt“. Sie sind vertraulich, verbindlich, verlässlich, auch für „schwarze Mäuse“ geeignet. Haben Sie auch gehört, dass diese Art der Aufbewahrung legal und sehr sicher ist? Oder klingt es für Sie eher geheim und illegal? (more…)


  9. „Die Sache mit den guten Vorsätzen“

    Veröffentlicht am 3. Januar, 2016 von Carola Wiegand

    Ob man will oder nicht, zu Beginn des neuen Jahres weht so ein frischer Wind des Aufbruchs um die Nase. Es geht um die guten Vorsätze. Doch für mich hat die Zeit begonnen, wo ich mir nichts mehr vornehme fürs neue Jahr. Alles soll so bleiben wie es ist. Keine Ahnung, ob das funktioniert. Doch ich habe nachgeschaut, was ich mir in den vergangenen Jahren schon alles vorgenommen hatte und nicht realisieren konnte. Ich sehe eine gewisse Beständigkeit meiner Vorhaben, die mir jedes Jahr mehr oder weniger nicht gelungen sind. Also höre ich auf verpflichtende Veränderungswünsche aufzuschreiben. Ich habe mich manchmal gefragt, warum ich meine Vorhaben nicht konsequenter schaffen konnte? Neben zu vielen Ausreden und eigener Nachsicht stelle ich immer wieder fest, dass ich offensichtlich zu schwach war oder mir zu viel vorgenommen hatte. Ab diesem Jahr vertraue ich gelassen auf meine Spontaneität. Da fällt mir doch mein letzter TA-Artikel ein, in dem ich mir Gedanken über die „…merkwürdige Wahrnehmung des Verstreichens der Zeit“ gemacht habe. Ich brauche verrückte Einfälle und spontane Handlungen im neuen Jahr, die sich in meinem Gedächtnis einprägen und mir vorgaukeln, dass meine Zeit langsamer vergeht. Würde mir das gelingen, wäre alles perfekt!
    Rückschauend stelle ich fest, dass es nicht wirklich schlimm ist, dass aus so vielen Vorhaben nicht so viel geworden ist. Mein Leben war und ist trotzdem bunt und aufregend und darauf vertraue ich auch im kommenden Jahr!

    Carola Wiegand


  10. Zeit

    Veröffentlicht am 29. Dezember, 2015 von Carola Wiegand

    Warum vergeht die Zeit schneller, wenn wir älter werden?

    Foto: C. Wiegand

    Foto: C. Wiegand

    Obwohl die Zeit objektiv einfach zu messen ist, spielt uns ihre persönliche Wahrnehmung uns nicht selten merkwürdige Streiche. Sie ist kompliziert und trügerisch. Trotz aller genialen Sinnesorgane fehlt uns jenes, um die Zeit zu messen, so dass sie individuell sehr unterschiedlich empfunden wird. Warum glauben so viele, wenn man älter wird, vergeht die Zeit immer schneller? (more…)