Mai, 2016

  1. Sprachwandel oder Sprachverfall

    Veröffentlicht am 12. Mai, 2016 von Carola Wiegand

    Gehobene Sprachweise will gelernt sein, nicht jedermann steht sie zur Verfügung“ stellte Kurt Tucholsky fest. „Chillen“ Sie oder sind Sie im „Flow“ oder wissen Sie etwa gar nicht was ich meine?
    Die einen sagen die deutsche Sprache ist auf den „Hund gekommen“, die anderen, Sprachwandel hat es zu jeder Zeit gegeben. Die deutsche Sprache laviert zwischen witzig-amüsant und ideenreich bis zu putzig, diskriminierend und verletzend. Vulgäre und obszöne Ausdrücke sind alltagstauglich und Fäkalsprache begegnet uns überall. Verblüffender Weise ist dieser Sprachschatz keinesfalls nur der Jugend zuzuschreiben, es bedienen sich praktisch alle dieser „Gossensprache“. „Schlimme“ Wörter gibt es in der Familie, im sozialen Umfeld, in der Werbung und bevorzugt in allen Medien. Geht man bei jungen Menschen davon aus, dass dessen Gebrauch der Stressbewältigung dient, gilt es bei Erwachsenen durchaus als Ausdruck mangelnder Achtung vor anderen Menschen. Psychologen und Sprachwissenschaftler raten allerdings gegenüber allen Wortakrobaten zur Gelassenheit. Sie verweisen sehr gerne auf die Derbheit der Sprache, die es zu jeder Zeit gegeben hat und besonders auf die, des „Spracheschöpfers“ Martin Luther. (more…)


  2. Die schönsten vergessenen Wörter

    Veröffentlicht am 11. Mai, 2016 von Carola Wiegand

    BücherWorte sind frei. Von Worten lässt man sich gerne bezaubern und Worte zeigen, wie sich die Welt verändert. Neue entstehen und alte verschwinden. Begriffe geraten in Vergessenheit, dass heißt sie werden nur noch selten gesprochen. Bedrohte Wörter erkennt man daran, dass sie sich ein wenig putzig anhören oder sich im Mund sperrig anfühlen. Häufig geraten Formulierungen in Vergessenheit, weil es die Sache an sich nicht mehr gibt, z.B. Bandsalat oder Wählscheibe oder sie werden durch neuartige Wortschöpfungen ersetzt, wie String-Tanga für Schlüpfer. Einige sagen, dass die neuzeitlichen Begriffe die bisher einfachen und geerdeten Dinge überhöhen und entfremden. Die täglich neu hinzukommenden Wörter sind zwar ein erfreulicher Ausdruck von Multikulti in der deutsche Sprache und haben auch etwas Entspanntes, bedrohen jedoch immer mehr und schneller die vom Aussterben bedrohten Begriffe. „Blümerant“ klingt doch amüsant und kess, ist aber die saloppe Beschreibung eines „elenden Gemütszustandes“ und heute fast in Vergessenheit geraten. (more…)