Altkleidersack – pure Inspiration für Neues

Veröffentlicht am 29. September 2014 von Carola Wiegand

sackEin Kleid, in Europa entworfen, in Bangladesch gefertigt, kommt zum Verkauf nach Europa zurück und wird solange getragen bis das nächste kommt. Dann wird das alte nach Afrika abgeschoben, im Altkleidersack. Nach Mosambik zum Beispiel, wo die meisten Menschen noch nie in ihrem Leben ein neues Kleidungsstück besessen haben. Habe ich gelesen. 
Kein Geld für neue Klamotten macht erfinderisch, auch in Afrika. Die zwei Schwestern, Nelly und Nelsa Guambe, fingen sehr bald an, sich diese Altkleider für sich selbst passend zu machen. Sie wollten nicht mehr nur das alte Abgetragene aus Europa weitertragen. Inspiriert und ermutigt von einer dänischen Designerin gründeten sie das Modelabel ‚Mima-te’. Sie wühlten sich durch gespendete Kleiderberge in Maputo und kauften so viele alte Klamotten bis ihre Geldbörse leer, aber ihre Taschen zum bersten voll waren. Damit gingen sie nach Hause in ihr „Home-Office“ und begannen alte vergessene Kleidung zu neuem Leben zu erwecken. Ganz nach dem Motto: aus alt mach neu! Hier entsteht echte „Vintage-Mode“ – alt aber en vogue. Das Gestalten von etwas Schönem neuen, was in den reichen Ländern nicht mehr angesagt war, finde ich faszinierend. Das besonders Reizende hinter dieser Geschäftsidee ist, dass die alten Teile ihre bisherige Geschichte nicht verlieren, es wird ihnen eine neue hinzugefügt.
Mima-te’ ist die erste Upcycling Bekleidungsmarke in Afrika, die Hübsches und Trendiges aus RESTstoffen kreiert und die lokalen Märkte in Maputo beliefert aber auch einen Shop in Köln betreibt. So kommt das Gespendete wieder zurück zu uns, als begehrte neue Mode und der Kreislauf schließt sich wieder. Sie halten uns damit auf subtile und smarte Art und Weise den Spiegel vor Augen, dass Afrika nicht die Müllkippe der Welt ist.
Bei meinem nächsten Köln-Besuch werde ich dorthin gehen und mir bestimmt etwas Schönes kaufen. Neu und alt zugleich.

Carola Wiegand


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