November-Trübsal und sein Anschein

Veröffentlicht am 13. Dezember 2016 von Carola Wiegand

Wiese mit Herbstlaub und PilzenNass, grau und trübe! November eben mit viel Klischee. Glück verheißen in dieser Zeit nur Schokolade, Glühwein, warme Füße und ein Weihnachtsstern. Doch der elfte Monat im Jahr steht für Vieles. Für November-Blues, Gedenken und ausgelassenes Feiern. Geschichte, Karneval und morbide Schönheit. Eine Zeit zum Nachdenken, Innehalten und Besinnen. Und es ist die Zeit der Vorfreude auf Weihnachten. Für mich ist der November ein Monat mit wohltuender Unschärfe und einer morbiden Vielfalt der Natur. Ich liebe diese vernebelte Schönheit und üppige Farbenpracht. Ich kenne niemanden, dem ein Spaziergang im Spätherbst, mit richtiger Kleidung, nicht begeistert.
Mit dem Martinsgansessen, zeigt sich der November von seiner köstlichen Seite. Kennen Sie den Ursprung der Martinsgans? Der Soldat Martin, der im Winter seinen Mantel mit einem Bettler teilte wurde zum Schutzpatron der Bettler so die Sage. Als der asketisch und bescheiden lebende Martin nun zum Bischoff ernannt werden sollte versteckte er sich um nicht gefunden zu werden in einem Gänsestall. Doch das laute Geschnatter verriet ihn. Martin wurde gefunden und zum Bischoff ernannt. Seitdem müssen alle Gänse dieses „unsolidarische“ Verhalten ihrer Artgenossen von damals büßen, indem sie am 11. November als Festschmaus verzehrt werden. So eine von vielen Legenden zum Heiligen Martin.
Am „Elften im Elften“ beginnt Karneval. Ausgelassen und selig, mit überschäumender Lebensfreude stimmen sich Menschen auf die „Fünfte Jahreszeit“ ein. Im Sinne rheinischer Fröhlichkeit wird viel geschunkelt und gesungen. Ich bin mir gewiss, dass der Karneval in Köln erfunden wurde, so berauschend, entfesselt und närrisch da gefeiert wird. Keine Tabus, keine Verbote. Wir Thüringer fühlen uns im Vergleich dazu einem eher kontrollierten Frohsinn verpflichtet. Eine rote Pappnase reicht. Egal ob Fasching oder Karneval, es geht in jedem Fall um die lustvolle Verschwendung des Augenblicks.
Herbstlicher Garten
Wohl kein anderes Datum in der deutschen Geschichte ist so emotionsgeladen, wie der 9. November. Grausame Verbrechen und größtes Freudenfest kennzeichnen die Ambivalenz und die Symbolkraft dieses Tages. Der Mauerfall, die Reichspogromnacht, die erste deutsche Republik und die Novemberrevolution. Viele sprechen von ‚dem’ deutschen Schicksalstag, der wie kein anderer Hoffnungen und Verbrechen der Deutschen symbolisiert.
Der November ist ein Monat der Besinnung und des Gedenkens. Und wem der November doch zu ruhig und zu trübe erscheint, der kann sich auf die bald beginnende Adventszeit mit seinen vielen Lichtern und Weihnachtsmärkten freuen.
Gerade diese Spannung zwischen schaurig und schön geben dem November seine besondere Faszination. Zeit für Trübsal blasen oder Wehklagen sehe ich nicht! Höchstens Zeit, sich schöne Gedanken zu machen. Ich kann den November gut leiden!

Carola Wiegand


2 Comments »

  1. Herbertadmic sagt:

    Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

    Ketchupflecken

  2. Herbertadmic sagt:

    Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

    Rotweinflecken

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