BuchTOUR

Veröffentlicht am 16. Februar 2013 von Carola Wiegand

„Die Klatschmohnfrau“ – Noëlle Châtelet

 

Lesen ist wunderbar.

Lesen ist wunderbar.

Vor kurzem war ich unterwegs und es war kalt, eben Winter. Zwischen zwei Terminen hatte ich Lust einen Kaffee zu trinken, um die Zeit zu überbrücken und mich aufzuwärmen. Zwei Stunden nur mit Kaffee und Leute beobachten, was ich eigentlich sehr gerne mache, erschienen mir an diesem Tag nicht erstrebenswert.
Also mußte schnell ein Buch her. Ich ging in die erste Buchhandlung, die mir begegnete und fragte nach einem handlich-kleinen Buch im „Wohlfühl-Format’’ .

Obwohl ich weder den Titel – Die Klatsch­mohn­frau – noch die Autorin: Noëlle Châtelet kannte war ich sofort begeistert vom Buchformat. Ein kleines Lesebändchen mit optischem und haptischem Vergnügen versprachen mir wohlige Lesefreude.

Es ist die heitere Geschichte einer älteren Dame, Marthe, die in die Jahre gekommen ist. Mit 70 ist ihr das Leben vertraut. Sie lebt seit 20 Jahren als Witwe traditionell und einfach. Sie war fast 50 Jahre mit Edmond verheiratet einem Langweiler und Klugscheißer. Doch darum geht es in diesem wunderbaren Lesebändchen nur am Rande.
Es ist eine leise Liebesgeschichte, die Marthe und Felix begegnet. Felix ist 10 Jahre älter als Marthe. Beide gehen sehr sorgsam und lange Zeit verborgen mit ihren gerade wieder erwachenden Gefühlen um, die sie glaubten schon lange begraben zu haben.
Die Heldin des Buches, Marthe, erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Felix, der Maler mit den vielen Halstüchern, verunsichert und verblüfft sie und bringt ihr die große Liebe. Marthe beginnt langsam und zögerlich ihren dunkelblauen tristen Witwen-Stil abzulegen und sich für klatschmohnrote Kleider zu interessieren. Sie ist zunächst verwirrt über ihre eigene Kühnheit, sich von ihrem gesunden Eisenkraut-Tee abzuwenden hin zu Espresso und Rotwein. Marthe begegnet sich selbst, als einer Unbekannten.
Eine zarte Liebesgeschichte des Alters die alles enthält, Kaffeetrinken, Opernbesuche, Liebesbriefe, Spaziergänge und sich körperlich Näherkommen.
.      Marthe’s Kinder sind zunächst überrascht und peinlich irritiert, doch sie läßt sich nicht von ihrem neuen, schönen Lebensgefühl abbringen.

Eine feine, subtile, leise und gefühlvoll erzählte Geschichte von einer späten Liebe.

Mich hat diese unspektakulär erzählte Geschichte sehr berührt!


1 Kommentar »

  1. pia sagt:

    Ich habe mich inspirieren lassen und das Buch gelesen. Wunderbares leises Buch mit großen Gefühlen.
    Danke! Lb. Grüße Pia

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