„Die Macht der Worte“

Veröffentlicht am 25. Februar 2013 von Carola Wiegand

Eugenia Gortschakova, 1998, O.T.,  Öl/Lwd

Eugenia Gortschakova, 1998, O.T., Öl/Lwd

Die letzten Wochen, eigentlich sind es schon Monate, waren außerordentlich und ungeahnt.

Entdeckungen sind schön und ich glaube je älter ich werde, je mehr nimmt meine Entdeckerlust zu. Deshalb war meine Freude, etwas entdeckt zu haben groß.
Ich habe auch immer ein bißchen Respekt davor, etwas zu entdecken, weil man ja nie weiß, was man entdeckt. Eine gewisse Ehrfurcht vor dem Entdeckten. Es kann LÜGE oder WAHRHEIT sein.

.      Ich habe WORTE entdeckt doch ich ahnte nicht, welche Macht Worte haben können. Manchmal verursachen Entdeckungen grenzen­losen Schmerz, Angst und Wut, da sie als neue Herausforderung daherkommen. Entdeckungen müssen keinesfalls respektvoll und vernünftig sein. Daher meine Ehrfurcht vorm Verstehen des Entdeckten und vor dem, was dann geschieht.

Kennt jemand Leute, die im Web wahllos blendend schöne Worte verteilen? Andere anschwärmen und sich die Finger wund schreiben mit Liebeserklärungen?

.    Ich weiß nicht ob ich wirklich erzählen will, was ich entdeckt habe und ob ich diese Aufmerksamkeit, die darauf folgt, brauche. Ich denke darüber nach, wie man Schmerz und grenzen­­lose Leere in Handlungen umsetzen kann.

Ich bin mir sicher alles zu kennen über Respekt und Vertrauen, über Klugheit und Dummheit. Aber ich wußte nichts über die MACHT der WORTE!
Worte berühren, kriechen ganz tief hinein und setzen sich fest. Verletzen oder bringen uns zum Jubeln – Sprachmagie . Die Wahrnehmung ist alles andere als objektiv. Worte lösen Bilder und Vorstellungen aus, die unerträglich sein können.

Und da waren Stimmen von außen, denen es nicht an Intelligenz mangelte, aber an Respekt. Weil, wenn einmal kaputt, dann noch mal drauf schlagen, geht nicht.

Ich glaube daran, daß eine Solidargemeinschaft durch die Kraft der Worte stark ist. Werden die Worte seelenlos dann ist sie einsturzgefährdet. Neue schöne Worte, die gesagt werden wollen, retten den Verrat nicht.

Die Zeit der großen Worte ist abgelaufen. Sie stehen ab sofort für Ohnmacht.

Alles ist so unglaublich. Kennen Sie das Gefühl gerade unterzugehen?


3 Comments »

  1. cosima sagt:

    Das klingt sehr traurig. Aber über die Macht der Worte habe ich so noch nicht nachgedacht.
    Du! hast klare und tiefgehende Wort für Deine Beschreibung gefunden.Danke!
    LG C.

  2. klara sagt:

    Schön traurig, wie M.M.
    Gr.K.

  3. P. Achim T. sagt:

    Gedanken aus meiner erlebten Sicht:

    Wer BUCHSTABEN sortieren kann,
    findet die richtigen WORTE
    für sinnvolle SÄTZE …
    ___
    [Erfurt, 14.05.08 – © P. Achim T. ]

    .

    Mit denglischen UMSCHREIBUNGEN
    vertuschen heutzutage nicht wenige
    ihre
    FANTASIELOSIGKEIT und
    mangelnde KREATIVITÄT …
    ___
    [Erfurt, 31.05.10 – © P. Achim T. ]

    .

    Wenn
    anderer GEDANKEN
    in WORT und KLANG
    gleichzeitig wahrgenommen werden,
    dann
    erschließen sich dem ZUHÖRER
    bewegte BILDER …
    Er selbst wird zum REGISSEUR
    bei der VERINNERLICHUNG
    der GEDANKENWELT des anderen …
    ___
    [Erfurt, 29.08.11 – © P. Achim T. ]

    .

    Das W O R T
    stand als AUFTAKT zu einem SATZ,
    der S A T Z
    war der ANBEGINN zu einem KAPITEL,
    das K A P I T E L
    bildete den ANFANG zu einem BUCH und
    das B U C H
    war der URSPRUNG der LITERATUR …
    ___
    [Erfurt, 25.01.12 – © P. Achim T. ]

    .

    Was ich in SCHRIFTFORM gekleidet hinterlasse,
    konnte ich einfach nicht in nackten WORTEN stehen sehen !
    ___
    [Erfurt, 24.02.13 – © P. Achim T. ]

    Mit freundlichen Grüßen
    aus dem DENK- und Schreiblabor
    http://www.pacht45.blog.de
    P. Achim T.

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