Was jeder macht, ist nichts für mich

Veröffentlicht am 12. Juli 2013 von Carola Wiegand

Mein ‚Personal Style’ , minimalistisch nur manchmal etwas überschwänglich

Mein ‚Personal Style’ – minimalistisch,  nur manchmal etwas überschwänglich

Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern“, sagt Astrid Lindgren. Und keines für mich, lustige Hüte zu tragen. Das machen, was jeder macht heißt für mich – Langeweile, erzwungener Gleichschritt. Einige sagen, Älterwerden riecht nach Beschaulichkeit, abwarten und sinnlosem Konsum. Dem schließe ich mich nicht an! Die Gesellschaft hält mir jedoch ein Bild vor Augen, das mir nicht gefällt. Die „Seelenkombinate“ Werbung, Film und Fernsehen haben das Alter zu etwas gemacht, was man fürchten muß. Die jungen Jahre stehen im Zeichen des Begehrens, die späteren für Ehrenamt, Konsumieren und für Glauben.
Die Rolle als „gehorchende Marktteilnehmerin“ ist mir zu wenig. Ich sehe eine zu große Diskrepanz zwischen allen Sonntagsreden und der gelebten Wirklichkeit. Tatsache ist, daß jüngere Alte auf dem Arbeitsmarkt und bei der gesellschaftlichen Teilhabe links liegengelassen werden, was ich für einen Skandal halte! Stellen Sie sich eine promovierte Biologin vor, 50 plus, hundert Bewerbungen und nur Absagen.Traurige Wirklichkeit und kein Einzelfall!
Nach mehreren Jahrzehnten des Nachdenkens, ist nun das Alter dran, über das ich häufig reflektiere. Ich liebe es ein wenig zu provozieren. Mit meinem Denken und Tun, gelegentlich mit meinem Handeln. Ich denke oft gegen den Strom und stelle das Geordnete in Frage. Dies geschieht meistens still und unaufgeregt, mal ein wenig extrovertiert, aber ungeachtet aller Bewunderung durchaus kritisch. Es ist eine Gratwanderung, je älter ich werde. Man vollzieht gewollt oder ungewollt einen Positionswechsel. Die ganz großen „Reiseziele“ sind nicht mehr in meinem Fokus. In die Schublade „Harmonie-Tierchen“ möchte ich definitiv nicht passen – dezent, Zeit für alles und jeden, Haushalt und Kochtopf und wenn’s geht, nicht allzu auffällig. Ich bevorzuge, wie bisher, die Suche nach dem Unmöglichen, um das Mögliche zu finden und folge gerne dem Motto: „Von jedem ein bißchen mehr“. Ich lebe meinen persönlichen Stil des Älterwerdens und Jungbleibens und genieße Momente der „Unmöglichkeit“. Ich laß Dinge los, ordne sie neu und gehe auf ungeübte Wege.
Mein Widerspruchsgeist zielt letztlich auf Verständigung und ich sitze weiter hier und suche nach kühnen Gedanken, die ich im Alter umsetzen und aufschreiben werde.


2 Comments »

  1. Dorit sagt:

    Sieht exzellent aus, Dein Hütchen. Dein Lachen steht Dir am Besten und Deine Überlegungen zum Alter halte ich für nachdenkenswert und werde weiter darüber nachdenken. Vielen Dank für Deinen Text
    LG Dorit

    • Carola Wiegand sagt:

      Vielen Dank für Deine Antwort.Ist sicher noch nicht der letzte Text zu meinem großen Thema „Alter“. Es beschäftigt mich mehr, als es sollte. Aber vielleicht auch eine gute Methode, um damit umzugehen und es genießen zu lernen. Schau gerne wieder vorbei!
      LGcalu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.