Handarbeit macht das Leben schöner

Veröffentlicht am 17. Oktober 2013 von Carola Wiegand

wolle

 Für Viele ist Stricken etwas für Omas. Und was hat Stricken mit Street Art zu tun? Kennen Sie etwa „Gestricktes Graffiti“ nicht? Diese sanfte, warme, gestrickte Straßenkunst? Dann wird es Zeit, sich in Ruhla umzuschauen und das wunderbare Lädchen „Monokel“ zu besuchen. Ein Fachgeschäft für ausgezeichnete Handarbeiten, Wolle und Dinge, die Frau so braucht. Weit über die Stadtgrenzen von Ruhla bekannt und etabliert. Eines der nettesten Geschäfte feiert Geburtstag. Ingrid Schulze kann es selbst nicht glauben, „Es sind schon zwanzig Jahre“, sagt sie „… und ich habe es nicht eine Stunde bereut“.
Sie erzählt von einem schweren Beginn. Von Arbeitslosigkeit und wenig Vorstellung, wie alles weitergehen könnte. Von keinem Geld und bösen Banken, von einer riesen Antragsflut und von einem Praktikanten, der sich mehr aus Langeweile über ein passendes Haus Gedanken machte, die aber wie eine Initialzündung wirkten. Den Umbau des Hauses betreut Ingrid Schulze selber und verblüfft durch ihr inzwischen erworbenes Sachwissen, so manchen Handwerker. Unperfektes lässt ihr Ehrgeiz nicht zu.
Das sich alles so wunderbar gefunden und entwickelt hat, ist auch für die studierte Maschinenbaukonstrukteurin noch immer ein kleines Wunder. Sie erinnert sich mit großem Vergnügen an die letzten 20 Jahre und stellt fest: „Wenn ich in meinem Laden bin, bin ich gesund. Alle Sorgen bleiben vor der Tür.“
Wenn man das schmucke Lädchen betritt, schlägt einem eine entspannte freundliche Atmosphäre entgegen. Wolle in Hülle und Fülle, Näh- und Stickgarn, Bänder und bunte selbstgefertigte Karten, Bastelmaterial und vieles, vieles mehr gibt es zu sehen. In jedes Regal kann man seine Nase stecken und für jede Handarbeitsseele eröffnen sich hier wahre Schätze. Es gibt nicht nur Dingliches zu kaufen sondern auch gute Ideen, Anleitungen und kreative Gestaltungsvorschläge, die man unkompliziert mitnehmen kann. Ihr Stil ist einfach aber genial, erscheint jedoch Ungeübten kompliziert. Sie erzeugt durch das Kombinieren unterschiedlicher Materialien und unkonventioneller Gedanken äußerst charmante Handarbeits-Designer-Objekte, die auch regelmäßig in überregional beachteten Ausstellungen präsentiert werden.
Zwei Dinge liegen ihr aktuell am Herzen. Einen runden Tisch, den es ab sofort im Geschäft geben wird und zu dem jeder und jede eingeladen ist, die eigene Handarbeitsmuse zu entdecken, und dass sich noch ein paar Ruhlaer mehr für die gestrickte Straßenkunst interessieren und behilflich sind, die Stadt zu schmücken. Für jeden Gartenzaun ein kleines Strickkleid.
Wenn sich die Handarbeitsfreundinnen einmal pro Woche im Geschäft treffen, wird gestrickt, gehäkelt und geschnattert, aufgetrennt und beratschlagt. Und so werden in einem wirklich wunderschönen Ambiente schöne Dinge mit Herz und Leidenschaft geschaffen die einmalig, sind.
Chapeau – liebe Frau Schulze und Herzlichen Glückwunsch !!!


1 Kommentar »

  1. Emma sagt:

    Graffiti + Straßenkunst, das finde ich so schön. Es animiert mich, auch wieder mit Handarbeit zu beginnen und schauen, was ich im Garten und am Haus bestricken kann.
    Vielen Dank für die Anregung und den schönen Text

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.