1. Liebe Salon-Freunde,

    Veröffentlicht am 10. September, 2014 von Carola Wiegand

    es wird Zeit, die SALON-Verschnaufpause zu unterbrechen, da die Episode der großen Mittagshitze abgelaufen ist! Das Jahr schickt sich an, seinen Ausklang einzuläuten und wir versüßen Ihnen diesen Verfall mit amüsant-angeheiterten Gedanken zum Thema:

    „Der entspannte Mann“

    Alexandra Husemeyer und die Salonière, Carola Wiegand gehen der Frage nach, ob es männlich ist, über sich selbst zu lachen und wieviel SELBSTIRONIE dem Mann von heute Kraft gibt? Was führt den „modernen“ Mann in den Abgrund? Es wird eine haarscharfe Analyse zur Lage des Mannes.
    Es geht ganz einfach um die Erwartungshaltung des Mannes an sein Leben, die wir glauben, zügig, scharfsinnig und mit einer Portion Humor, jedoch nicht ohne augenzwinkernde Ernsthaftigkeit erkannt zu haben.
    Unsere schillernden Gedanken werden ab und zu musikalisch unterbrochen, was uns selbst zum Nachdenken zwingen wird!
    Wir freuen uns auf einen amüsanten SALON mit Ihnen !!!

    TERMIN: 19. September 2014, 21.00 Uhr
    Ort: Café Einraumwohnung, Eisenach, Georgenstraße 17

    Carola Wiegand & Alexandra Husemeyer


  2. Damals gab’s das nicht!

    Veröffentlicht am 22. August, 2014 von Carola Wiegand

    Von Vergangenem und Verflossenem

    schriftblatt1Ich bin eine Freundin des modernen Lebens und halte nicht sehr viel von Sprüchen wie: Früher war alles besser. Das einzige, was früher besser war, ich war jünger.
    Eine andere, nostalgische Rückschau hält keiner seriösen Analyse stand, sagt der Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt. „Zu keiner Zeit war die Kindersterblichkeit geringer und die Lebenserwartung höher als heute. Ob die Emanzipation der Frauen, die medizinische Versorgung, Bildung oder Kommunikation, die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren, die Meinungsfreiheit und der allgemeine Lebensstandard, heute ist alles besser.“
    Damit, so könnte man meinen, ist jeglicher Verklärung der Vergangenheit der Boden entzogen. Dennoch „beschwören“ viele die alten Zeiten und behaupten das Gegenteil. Warum nur? Vergangenes und Verflossenes wird verherrlicht und mit einem „goldenen Schleier“ umhüllt. Das Gestern wird zum Eldorado des „Besseren“. Nostalgisches Lamento lässt sich noch einigermaßen ertragen, ohne Jammern oder Nörgeln. Zugegeben – amüsant erzählt, sorgt es für ein wohliges Gemeinschaftsgefühl, ist unterhaltsam und bringt Spaß. (more…)


  3. „Ein Kurarzt aus der Provinz“

    Veröffentlicht am 31. Juli, 2014 von Carola Wiegand

    Ulbrichts letzter Leibarzt

    Dr. Rainer Fuckel

    Dr. Rainer Fuckel

    Sich an „Die Welt von gestern“ (Stefan Zweig) zu erinnern tut gut, da man schlecht im Heute leben kann ohne zu wissen, was gestern war. Sich an die DDR zu erinnern ist für viele schmerzlich. Für die einen, was sie erleiden mussten und für die anderen, was sie verloren haben. Eine geeignete Art und Weise sich zu erinnern, um historische Bezugspunkte für das eigene Lebensgefühl einzuordnen, ist noch nicht gefunden. Die DDR-Erinnerungskultur ist ambivalent, ver­feind­et und wenig objektiv.
    Walter Ulbricht steht für den Bau der Berliner Mauer und seinen Ausspruch, „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“ Es ist sicher schwierig, ihm nachträglich ein Denkmal zu setzen. Ob Egon Krenz, als Ulbrichts Nach- Nachfolger, das mit seinem Buch „WALTER ULBRICHT – Zeitzeugen erinnern sich“ beab­sichtigt hat, wird jeder beurteilen, der es liest. Ich las mit großer Überraschung darin, dass Ulbrichts Leibarzt auch mein Hausarzt ist. Ein kleines bisschen spektakuläre Weltgeschichte, direkt vor meiner Nase, in der Provinz. Das hat mich neugierig gemacht.
    Ich kenne Dr. Rainer Fuckel, Leib- und Hausarzt, seit mehr als zwanzig Jahren. Er ist für mich ein äußerst freundlicher und sehr versierter Vertrauensarzt. Als ich ihn für diesen Artikel interviewe, erzählt er: „Mir wurde es nicht leicht gemacht damals in Bad Liebenstein. Aber in Ruhla hatte ich gute Freunde, die mir halfen bei meinem Neustart.“ Mit großem Einsatz begann er 1989 unter schwierigsten Bedingungen zu praktizieren. Zu seinen Praxisräumen, die ein Ruhlaer Unternehmer zur Verfügung gestellt hatte gelangte man nur über eine enge, ölgetränkte Holztreppe. Doch über die Zeit des schweren Neuanfangs spricht er nicht gerne. Gleichwohl meisterten er und seine Frau sie perfekt und die Praxis wuchs und seine Patienten vertrauten seinem ärztlichen Können. „Arbeiten und für meine Patienten da sein, ist mein Leben.“ Und man glaubt es ihm. (more…)


  4. Thüringer Denkmalschutz-Preis 2014

    Veröffentlicht am 11. Juli, 2014 von Carola Wiegand

    … für den St. Trinitatis-Verein und die Stadt Ruhla

    denkmalschutz670Der Thüringer Denkmalschutzpreis wird vom Freistaat seit 1994 vergeben. Bis heute wurden 160 Preisträger in den Kategorien: Gruppenpreis, Einzeldenkmal, Archäologisches Denkmal und Technisches Denkmal geehrt. Am 30. Juni 2014 erhielt der St. Trinitatis Verein Ruhla diese Anerkennung für die mutige Idee, das barocke Gotteshaus auf der Köhlergasse nicht dem Verfall Preis zu geben, für ihr außerordentliches Engagement bei der Sanierung sowie deren Entwicklung zur Kulturkirche St.Trinitatis Ruhla, wie es in der Laudatio hieß. (more…)


  5. Die Burschenschaften …

    Veröffentlicht am 7. Juli, 2014 von Carola Wiegand

    … und der Wirbel in Eisenach

    Die Mehrheit der heutigen Burschenschaften ist schlagend, habe ich gelesen. Sie richten Mensuren aus. Klingt grauselig, ist es wahrscheinlich auch. Wer hat schon gerne einen Schmiss im Gesicht? Doch das war letztlich nicht ausschlaggebend für die Wartburgherren und die Stadt Eisenach, empfindliche Verbote gegen die Burschenschaften auszusprechen. Der Wartburghof ist für ihren Festakt gestrichen. Die Werner-Aßmann-Halle steht ihnen nur noch bis 2017 offen.

    Sieht man die Herren dieses „Männerklubs“ fein „verkappt“ durch die Stadt flanieren meint man, sie tragen eine chiffrierte, verborgene Botschaft mit sich. Einfache Fußgänger halten sie für eine Art „Mummenschanz“. Wie bunte Paradiesvögel schwirren sie in ihren Farben durch Eisenach. (more…)


  6. Feierabend-Rebellen

    Veröffentlicht am 4. Juli, 2014 von Carola Wiegand

    Premiere der Seniorentheatergruppe
    am Landestheater Eisenach

    theater670Das professionelle Theater sind die Lackschuhe und das Amateurtheater die bequemen Sandalen. Diesen Vergleich finde ich sehr sympathisch. Meisterhaft-gekonnt sind sie beide. Qualität, Herzblut, Engagement und imposante Charaktere zeichnen beide gleichermaßen aus. Doch für manche hat das Amateurtheater noch immer eine gewisse Nachrangigkeit gegenüber der oft spektakulären Dauerpräsens der Profis. Die Amateure werden eher als lokale Bereicherung der Kulturszene gesehen, als Bildungsprogramm für alle, die Profis als Hochkultur und Dauerjahrmarkt der Eitelkeiten.
    Eisenachs Seniorentheatergruppe „Spätsünder“ feiert Premiere auf der großen Bühne des Landestheaters mit dem Stück „Herbsterwachen“. Das Stück von Stephan Rumphorst spielt in einem Eisenacher Feierabendheim, welches geschlossen werden soll. Ein Immobilienmakler möchte, dass auf diesem Gelände ein hippes Anti-Aging-Center entsteht, was Geld bringt und nicht verschlingt. Aber da es ein Stück „Mutmachtheater“ ist, wie Rumphorst sagt, kommt es natürlich anders. Die vermeintlich senilen Alten proben den Aufstand. „Man kann schließlich alte Bäume nicht so einfach verpflanzen“ und über das Älterwerden muss diskutiert werden. Obwohl sich alle Bewohner in einer mehr oder weniger behaglichen Heimidylle eingerichtet haben, kommt es hin und wieder zu kleinen Zwistigkeiten. Wunderbar inszeniert von Stephan Rumphorst und fabelhaft gespielt von 16 Laiendarstellern. „Herbsterwachen“ erzählt von Rückzug und Einsamkeit, von kleinen Rechthabereien und Stützstrümpfen und vom Kampfgeist, der plötzlich wieder erwacht. Ein kleiner Damenchor kommentiert das Geschehen vom 1. Rang aus. „Ich höre, die machen Revolution“ singen sie. Ihr Gesang ist von fideler Leichtigkeit und berauscht von Hanfkeksen. Schwester Magdalena, gespielt von Britta Waldner, sieht sich in guter Tradition zu ihrem großen Vorbild, Hildegard von Bingen, wenn sie heimlich und illegal Hanf im Seniorenheim anbaut und die Bewohnerinnen Kekse daraus backen lässt. (more…)


  7. FERNWEH – HEIMWEH

    Veröffentlicht am 1. Juli, 2014 von Carola Wiegand

    … ein Gefühl, das etwas fehlt

    fernwehkoffergarten670Kennen sie Fernweh, das Gefühl, das etwas fehlt? Mir ist dieses vage Gefühl nach etwas anderem sehr gut bekannt, manchmal leide ich sogar darunter. Eine schmerzhafte Empfindung, nicht weg zu sein. Unsere gut organisierte und geregelte Welt verlassen und sehen, was passiert.
    Sommerzeit, Urlaubszeit, Reisezeit. Die Sehnsucht nach der Ferne schmeckt immer süß, manchmal auch ein bisschen bitter. Sie folgt nie nur einem Muster. Birgt jedoch per se die Illusion von Abenteuer und verschafft den Zugang zu einer Welt voller großartiger Ereignisse und sich selber das Gefühl, Teil dessen zu sein. Verreisen, etwas erleben, um davon zu erzählen, gehört für die meisten zu den prägendsten Erfahrungen. (more…)


  8. Osterfeuer

    Veröffentlicht am 22. April, 2014 von Carola Wiegand

    Heidnische Bräuche und christliche Traditionen

    Osterfeuer

    Feuer war schon im Altertum bei Menschen und Göttern heilig. Das christliche Osterfeuer entstammt dem heidnischen Frühlingsfeuer. Wärme und Licht sind ganz klar auf die Vertreibung des Winters und seiner dunklen Geister aus. Symbolhaft wird versucht, die Sonne, als das Urfeuer, auf die Erde zu locken, um Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte – das Leben eben – zu sichern. So wird die Vermutung, dass Ostern – das hohe christliche Fest, auf heidnischen Bräuchen basiert, immer wieder neu entfacht.

    Doch dem widerspricht der Theologieprofessor, Manfred Becker-Huberti vehement und erklärt, dass es absolut kein Widerspruch ist, dass Osterfeuer und Ostereier sowohl eine religiöse wie auch eine vorchristliche Bedeutung haben. Die Forschungsergebnisse seien hier eindeutig. Das Osterfeuer versinnbildlicht die Lichtwerdung ebenso wie die Freude über die Auferstehung Christi. Erst die Nazis haben sich die Vorstellung, dass das Christentum bei vielen großen Feierlichkeiten und Ritualen gar nicht so eine große Rolle spielt zu Nutze gemacht, um die Kirche zu entmachten. Auch Jacob Grimm postulierte das Osterfest als ein heidnisches Fest und begründete die Osterbräuche mit der germanischen Frühlingsgöttin ‚Ostara’. Dank der Grimm’schen Popularität fand diese Erklärung großen Anklang in der Bevölkerung und war weit verbreitet. Die Existenz dieser germanischen Göttin wird heute von Wissenschaftlern bestritten bzw. stark angezweifelt. (more…)


  9. Familie im Wandel

    Veröffentlicht am 31. März, 2014 von Carola Wiegand

    Vom Mythos der modernen, emanzipierten Frau

    nachfeier

    Was glauben sie, sind junge Frauen heute emanzipiert, gleichberechtigt oder eher nachgiebig und angepasst? Wie sieht die Gleichberechtigung aus? Einige sagen, sie stagniert. Natasha Walter behauptet in ihrem Buch „Living Dolls“ gar, dass heute die Ideale des Feminismus beinahe ins Gegenteil verkehrt werden. Feminismus klingt noch immer wie, „Männerhassen“, unweiblich und verbiestert. Vielleicht nachvollziehbar aber trotzdem falsch. In der ersten Welle des Frauenkampfes ging es um Bürgerrechte, wie Wahlrecht, Bildung und Erwerbstätigkeit, eben die Neubewertung der Geschlechterrollen. Später um Gleichberechtigung. Heute kommt der neue Feminismus moderat daher und auf leiseren Sohlen. Hin und wieder verstummt er auch, der Girlie-Feminismus. Man könnte fast glauben, dass längst alle Ziele erreicht sind und Chancengleichheit von Mann und Frau gesellschaftlicher Konsens ist. Manchmal überlege ich, was wir unseren Töchtern mitgeben konnten von der „femme fatal“ der 1980ger Jahre oder den dominanten Power-Frauen der 1990er Jahre? Die jungen Frauen von heute distanzieren sich vom Feminismus alter Schule. (more…)


  10. Nochmal gut gegangen!

    Veröffentlicht am 20. März, 2014 von Carola Wiegand

    Tortenteller mit klitzekleinem Törtchen - geht aber auch nicht!

    Tortenteller mit klitzekleinem Törtchen – geht aber auch nicht!

    Ich habe in der Vergangenheit mehrfach gefastet und meine Fastenerlebnisse, Einsichten und Wahrnehmungen aufgeschrieben. Da ist von hoffnungsfroher Zuversicht, von viel Quälendem und auch von Schmerz zu lesen. Dennoch ging diese Zeit immer gut für mich aus. Meine Beweggründe zu diesem Schritt waren zweifelsfrei, die angeschlichenen Speckröllchen wieder loszuwerden. In diesem Jahr verzichte ich darauf, da ich von dererlei Dingen verschont blieb. (more…)